Glaubenskraft : Selbstheilungskraft

Die Vervollkommnung und Verfeinerung unseres Selbst ist ein kontinuierlicher Prozess. So wie Zähneputzen als Teil der körperlichen Reinigung täglich erfolgt, braucht die spirituelle Reinigung und Stärkung für unsere persönliche Weiterentwicklung und Gesundung auch fortgesetzte Bemühungen und Beständigkeit. Vor allem braucht es eine feste Überzeugung davon, dass Transformation und „Gutes“ möglich sind.

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Der ganzheitliche Gesundungsprozess auf Seelenebene, welcher die Gesamtheit des Seins umfasst (die physischen, energetischen und subtilen Körperebenen), ist ein Vorgehen, wie das Abtragen von Schichten oder Erlösen von Themenperlen, einer nach der anderen. Es kann auch mit Homöopathie verglichen werden. Während Allopathie sofortige Linderung der Symptome ermöglicht, hilft Homöopathie die eigentliche Ursache, die Wurzel eines Problems, zu klären – braucht aber mehr Zeit. 

Wir alle haben Selbstheilungskräfte in uns, dennoch kann die Selbstregulierung blockiert sein, z.B. bei einer Überbelastung, wenn die Heilkraft des Glaubens fehlt oder Gedankenkräfte missbraucht werden (bewusst und unbewusst). Gleichzeitig scheint es Gesetzmässigkeiten zu geben, welche es nicht erlauben, dass bestimmte Menschen geheilt werden, oder erst zu einem späteren Zeitpunkt (hier passt vielleicht der Begriff Karma am besten).

Was ich in meiner eigenen Praxis feststelle ist, dass es für manche Klienten schwer ist, weil ihnen nicht nur das Vertrauen in die kosmischen Kräfte, sondern auch ein tiefverankerter Glaube an Gesundheit und Glück fehlen, was sich z.B. in der Wortwahl widerspiegeln kann. Mag der Klient noch so eine wunderbare Sitzung gehabt haben, negative Selbstbewertung und alte Selbstbilder sprudeln, wie auf Autopilot geschaltet, dennoch weiterhin aus ihm heraus – unbewusste, selbstsabotierende Glaubenssätze, welche ihn das gerade Geschehene gar nicht vollständig annehmen lassen. In diesen Fällen gehört zu den ersten Schritten möglicherweise erst einmal, eine Auflösung bremsender Einstellungen und die Belebung gesunder Geisteskräfte bevor die bewusste Kreation und Manifestierung stattfinden kann (was möglich ist, wenn die Ausrichtung im Unterbewusstsein mit der Ausrichtung im Bewusstsein im Einklang steht). Die grosse Frage – im Grunde für jeden – ist daher: „Was kann ich lassen, damit es mir besser geht?“ Damit meine ich vor allem gedanklich los-lassen. Und: „Was glaube ich, was möglich ist?“ Glauben geht mit Bejahung einher, und der Mensch bejaht  entweder das Negative/Erschöpfende (Selbstzweifel; Furcht vor Krankheit/Tod/Mangel; Groll; Melancholie, Habsucht etc.) oder das Heilsame/Stärkende (Vertrauen; Wagemut; Vergeben; Lob; Dankbarkeit etc.). Seelische Stärke ist Standfestigkeit im Glauben an das Gute und gleichzeitig Beharrungsvermögen im Erwarten seines Eintritts, auch unter vielleicht akut negativen Bedingungen.

Mit meiner Arbeit kann ich Informationen zur Selbstheilung übertragen und Anregungen geben, aber wenn der Klient selbst nichts unternimmt, um bewusster zu werden und seine Haltung nicht offen und zuversichtlich ist, geschieht nichts bzw. nur begrenzt etwas. Eine erfolgreiche Sitzung hat immer auch mit einer Regulierung bzw. Erweiterung des Gesamtbewusstseins – und damit dem Ablegen alter Überzeugungen ­– zu tun. Klienten, die Erfolg bei der Behandlung haben, sind empfangsbereit eingestellt.

Und was meine ich mit Einstellung?

Nun, ersteinmal die Einstellung zu sich selbst basierend auf der eigenen Glaubenskraft und Geisteskraft (als Energiequellen, unabhängig von religiösen Erfahrungen): Ist die Lebenshaltung lebensbejahend, neugierig und lernbereit? Sind Wohlbefinden und Glück grundsätzlich erwünscht oder überwiegen Zweifel und Selbstmitleid? Welche Energien überwiegen (Tamas, Rajas, Sattva)?

Dann die Einstellung zum Leben und zu einer möglichen Veränderung des eigenen Zustandes (Kraft des Herzens und Kraft des Freien Willens): Traut er seinem System grundsätzlich eine Verbesserung zu? Ist er von ganzem Herzen überzeugt davon, dass Gesundheit und Zufriedenheit mit der geistigen Heilkraft möglich sind? Oder fühlt er sich als Opfer und glaubt an „Vererbung“ von Krankheiten usw.?

Und dann die Einstellung zur Schöpfung (Kraft der Liebe und der göttlichen Ordnung): Besteht der Glaube an eine höhere Kraft, an Gott, das Universum oder wie auch immer das, was grösser ist als wir alle, benannt werden möchte. Gibt es eine bewusste Rückanbindung zur Schöpfung? „Ich habe Hunderte von Patienten behandelt, und es war nicht einer, dessen Problem nicht darin bestand, letzten Endes einen religiösen Aspekt im Leben zu finden.“ C.G. Jung (Anmerkung: religio von religare = an-, zurückbinden)

Forschungsergebnisse zeigen auf, dass religiöse oder spirituelle Überzeugungen und Praktiken für viele Patienten mächtige Faktoren bei der Bewältigung von schweren Krankheiten und Sinnkrisen sind und positiv mit Hoffnung und Trost, psychischem Wohlbefinden und besserer Gesundheit assoziiert werden (Puchalski, 2001; Koenig, 2004; Pargament, 2004, Vanderpool & Levin, 1990). Desweiteren belegen Studien, dass Patienten mit dem Glauben, dass der „höchste Wille“ (oder Gottes Wille) für sie Gesundheit und das Bestmögliche bedeutet, eine grössere Widerstandskraft gegenüber ihrer Krankheit zeigen, und sich auch schneller erholen, als Patienten, die das bezweifeln. (Anmerkung: während Religion im Allgemeinen als ein Set von Glaubensätzen und Ritualen innerhalb einer Organisation verstanden wird, geht es bei Spiritualität um unsere tiefsten Werten in Beziehung zu einer höheren Macht, die über das Selbst hinausgeht (Universum, Existenz, Gott, Quelle etc.) und die selbstverantwortliche Suche nach dem, was im Leben heilig ist, nicht notwendigerweise von einer bestimmten institutionellen Religion begleitet.)

Unser physischer Körper ist von einem feinstofflichen Körper umgeben, der in verschiedenen Dimensionen wirkt. Die Reinigung des Geistes gehört zu den wichtigsten Schritten, die für eine dauerhafte Heilung unternommen werden müssen. Jeder Gedanke und jedes Wort ist eine Schwingung, die eine Veränderung veranlasst – eine lebensspendende oder dämpfende. Vor allem die Glaubenssätze und Programmierungen im Unterbewusstsein beeinflussen unsere Entscheidungen im Leben und können negative, verzerrte Resultate, anstatt der gewünschten, liefern.

Es gibt verschiedene Heilkräfte in uns, die nur leider oftmals verschüttet oder überlagert sind und wiederbelebt werden müssen. Zu diesen Kräften gehören 

  • Glaube an das Gute und an eine grundsätzlich fortschreitende
    Aufwärtsentwicklung im Leben,
  • Lernfähigkeit und das Vermögen, dass das Verstandene den Willen führt, 
  • vergeben können, 
  • Vorstellungskraft, 
  • Beharrlichkeit, um eigene Gedanken und Worte zu lenken/disziplinieren, 
  • intuitives Verstehen und inneres Wissen, 
  • Liebesfähigkeit,…

Alle Therapien und Gebete dieser Welt bewirken nichts, wenn die Aufmerksamkeit immer wieder auf Krankheiten, Mangel und Belastendes gerichtet wird, anstatt sie auf das Gute und Höchste zu lenken. Zum Beispiel gleichen Schwarzseherei oder Starrsinn quasi einem Missbrauch der Glaubenskräfte (was sich übrigens schwächend auf Sehschärfe oder Gehör auswirken kann). Aber auch das sind letztlich nur Energien, die transformiert werden können.

Wesentlich ist der Schritt, die Wahrheit, die erkannt wurde, auch zu nutzen und zu leben. Erkenntnisse müssen im Alltag integriert bzw. implementiert werden, damit wir im Lebensfluss bleiben. Wenn es keinen Ausdruck und keine Anwendung auf die eigene Lebenssituation gibt, oder um anderen zu helfen, dann kommt es zu Stagnation, was sich wiederum als Gesundheitsproblem bemerkbar machen kann.

In einem gesunden Körper gibt es keine Stauung. Jeder Schritt vorwärts bedeutet gleichzeitig das Loslassen von etwas Altem. Im Körper und in unserem Sein wird es kein Wachstum, kein gesundes Fliessen der Lebenskräfte und Energien geben, wenn nicht vorher eine Ausscheidung stattgefunden hat. In unserem Leben besteht andauernd die Notwendigkeit der Ausscheidung, der Reinigung und Befreiung (materiell, körperlich, geistig etc.) um Platz für Neues und unserem höchsten Wohl Dienliches, zu schaffen. Und somit dem Wohle anderer Mitmenschen und Lebewesen Dienliches zu schaffen.

Nun ist es wichtig, die Dinge in die richtige Perspektive zu rücken. Wie kann, wenn wir Hunderte verschiedener Leben gelebt haben (selbst wenn wir nur eine Inkarnation hatten), der ganze Ballast, den wir bis wir zum Erwachsenenalter angesammelt haben – einschränkende Glaubensmuster, Prägungen, Wunden, Anhaftenden, karmisches Gepäck – durch innere Prozessarbeit von einem Tag, einem Monat oder nur einem Jahr komplett gelöscht werden? Das ist nicht realistisch. 

Wandlung geschieht in individuellen Zeiträumen je nach Empfangsbereitschaft, geleisteter Vorarbeit, eigenem Engagement und der Komplexität der Herausforderungen. Auch wenn es zuweilen Wunder gibt und viele tatsächlich eine sofortige Verbesserung nach der ersten Sitzung spüren können, so erwarte keine Wunder von einem einzigen Termin. Es ist schon wertvoll, wenn Du eine Lage Deines Themas in einer Sitzung abtragen konntest oder Einsichten zu nächsten Schritten auf Deinem Weg bekommst. Die Arbeit, die wir gemeinsam tun, hat einen tiefgreifenden Transformationswert und zielt auf dauerhafte Veränderungen und die Verbesserung Deiner Lebensqualität ab. Es geht nicht um schnelle kurzfristige Wellness-Behandlungen (auch wenn dies ein Nebeneffekt sein kann), sondern um die authentische Entfaltung einer neuen Lebendigkeit und Selbstermächtigung. Und auch der physische Körper muss lernen, mit den damit einhergehenden feineren Frequenzen umzugehen (Nervensystem, Gehirnströme, biochemische Prozesse etc).

Erwartungen sind mithin das größte Hindernis auf dem Weg, denn entweder sind sie so hoch, dass wir dann nicht den Wert dessen was real geschieht erkennen, oder so niedrig, dass wir uns mit dieser Unoffenheit ausbremsen. Es mag sich vielleicht wie ein Paradox anhören: Geh vom Bestmöglichen aus, aber hab keine Erwartungen!, entspricht aber letztlich dieser Aussage: Gedanken und Glauben sind zweierlei – wenn ich tatsächlich an eine Sache glaube, erfolgt die entsprechende Wirkung, ob ich nun daran denke oder nicht.

Wie auch immer Deine Situation gelagert ist, JETZT ist der richtige Zeitpunkt, zu entscheiden, in welchen Energien Du sein möchtest, aufzustehen und darauf zu zugehen. Alles was es braucht ist Deine Wahl – Dein freier Wille (wir alle sind damit ausgestattet worden) und Deine Verbindlichkeit, die Transformation voranzubringen. Lass ab von alten Geschichten und geh mit dem Neuen – widerstandslos, expansiv, über Deine bisherigen Vorstellungen hinaus, und dankbar!

Ich wünsche Dir Klarheit, Ausdauer, Liebe und Passion für den Weg. 

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