Was Freiheit NICHT ist

sun himalaya 2 Oftmals glauben Menschen, dass Freiheit heisst, in der Lage zu sein, alle Wünsche und Gelüste, die in ihnen aufsteigen, zu befriedigen und jedem Trieb nachzugehen. Sei es jeden Gedanken oder jede Emotion auszudrücken, sei es auf jeden Impuls hin zu konsumieren. Aber versteh: das ist keine Freiheit. 

Im Gegenteil, es bedeutet Zwanghaftigkeit, fremdgesteuert sein und ist fern von Eigenermächtigung.

Unser Verhalten ist von unserem Bewusstsein und Energiehaushalt bestimmt, und so liegen die Ursachen für zwanghaftes Verhalten in mangelndem bzw. unklarem Bewusstsein und in energetischen Disharmonien z.B. durch karmische Prägungen oder Fremdenergien. Manchmal fehlt auch einfach nur ein Puzzleteil an Information, um das Missverständnis auszuhebeln, dass es selbstverständlich und normal sei, sich jedem Drang hingeben zu wollen/müssen oder dürfen („sich was gönnen“, „sich mitteilen“). Der erste Schritt ist, sich überhaupt erstmal des vorhandenen (permanenten) inneren Drängelns bewusst zu werden.

Das grosse Missverständnis unserer Zeit und der westlichen Kultur liegt sicherlich darin, Erfüllung im Konsumieren und Haben von äusseren, materiellen Dingen oder dem Ausleben impulsiver Sinnesreize finden zu wollen (Kleidung, Autos, Aktien, Häuser, Nahrungsmittel, Alkohol, Drogen, Sex, Urlaub, Wissen, Geld, Titel, Kontrolle etc.), und seine Identität durch Äusserlichkeiten zu definieren: Geburtsland, Jobposition, Finanzlage, Familientraditon, Adresse, Religion, Mitgliedschaften, Partnerschaft, Körper (alt/jung, faltenlos/faltenreich, schlank/voluminös, helle/dunkle Hautfarbe etc). Und nach diesen Punkten auch seine Mitmenschen zu beurteilen. Lebenskultur und die eigene Identität bauen überwiegend auf rationalen, körperlichen und materiellen (somit oberflächlichen und vergänglichen) Werten auf. Äusserer Status (wandelbare Stellung) wird mit innerer Statur (geistige Grösse, Integrität) verwechselt.

Und vielleicht spricht deswegen aus den meisten Gesichtern so viel Unzufriedenheit und Unsicherheit, was mir bei meinem letzten Deutschlandbesuch so deutlich wie noch nie vor Augen geführt wurde. Frauen sind ab einem bestimmten Alter verunsichert, fühlen sich unattraktiv, und auch Männer kommen in eine Krise, wenn die Flüchtigkeit ihres physischen Körpers sichtbar wird, was verschiedenste Ausdrucks- und Kaschierungsformen findet. Oft kann den Menschen ihre Orientierungslosigkeit angesehen werden. Irgendwie funktionieren sie, aber grundsätzlich ohne Vitalität und ohne inneren Halt, trotz allen äusseren Komforts.

Freiheit liegt nicht im Akkumulieren der richtigen Gegenstände und Abzeichen. Der Schlüssel zur Unabhängigkeit liegt darin, aufzuhören, zu versuchen die „richtigen“ Dinge im Aussen, ausserhalb von sich Selbst, zu bekommen, sondern stattdessen, erstmal die richtigen Energien zu wählen und diese in sich selbst zu entfalten und verankern. Damit relativieren sich dann auch oft die „heissen“ Wünsche. 

Das tiefe menschliche Bedürfnisse nach Verbundenheit und Sicherheit lässt sich letztlich ebenfalls nicht durch vergängliche (materielle) Mittel befriedigen, sondern nur durch Anknüpfung an die allumfassende Kraft der Existenz, die Verlässlichkeit der spirituellen Dimension. Das nährt, stabilisiert und trägt. Im Gewahrsein über eine höhere Intelligenz kann sich eine gesunde Demut, Dankbarkeit und natürliche Würde (Geistesfreiheit, innerer Wert, Anmut) im Menschen entwickeln. Und im Grunde ist das die Perspektive oder Haltung, welche der Bevölkerung in westlichen Ländern tendenziell fehlt.

Aber wie lässt sich an die spirituelle Ebene wirklich anknüpfen? Ich würde sagen, sowohl durch regelmässiges In-die-Stille-gehen, Selbsterforschung (Wer bin ich? Was lenkt mein Verhalten? Was steuert meine Gesundheit? Wie kann ich verantwortlich mein Leben gestalten?) und Meditation, als auch durch konkrete Heilarbeit (innere Reinigung und Ganzwerdung) und Horizonterweiterung durch das Studium spiritueller Literatur. Während unsere Transformation unbedingt die eigene Erfahrung braucht, geschieht ein Teil unseres Wachstums in der kontemplativen Auseinandersetzung mit Einsichten spiritueller Meister. Dein Höheres Selbst wird Dich zu der für Dich relevanten Quellen lenken. Ein guter Anfang ist eine klare Intention. Und dann mach Dich auf den Weg und lass Dein Herz Dich führen.

Wähl Dein Höheres Selbst, das als direkter Kanal zum Höchstgöttlichen gesehen werden kann und mit Qualitäten wie Freude, innerem Wissen, Vertrauen, Kreativität, Leichtigkeit, Unterscheidungsfähigkeit und Bewusstsein ausgestattet ist. Und tu was nötig ist, um Dein Höheres Selbst zu leben. Rücke Unbewusstes ins Bewusstsein und befrei Dich von innerem Müll, Schritt für Schritt. Die eigenen Gedanken, Energien und Emotionen zu meistern, ist der Pfad in die Freiheit.

Die Integrität Deiner Seelen-Signatur wiederherzustellen ist ja letztlich Sinn und Zweck der ganzen Veranstaltung „Leben auf der Erde“: Selbstrealisierung. Hingabe an das Mysterium der Existenz und die Rückkehr zur Quelle/zu Gott. Aber wir sind nicht frei zurückzukehren, solange uns inneres Gepäck (Wünsche, Sehnsüchte, Anhaftungen, Annahmen, Bewertungen, emotionale Ladungen, Ängste, Groll usw.) beschwert, ablenkt und wir hier noch Dinge auszugleichen haben, weil wir in der Vergangenheit mit unserem freien Willen zu viele Entscheidungen gegen den göttlichen Willen = göttliche Ordnung = Liebe getroffen haben. 

Dass die Welt nicht so ist, wie Du es willst, ist nicht das Problem. Sondern das DU nicht so bist, wie Du möchtest. DAS ist das Problem.

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