Strahlende Flughafenkontrollen

KörperscannerIch war heute im Hamburger Flughafen entsetzt darüber, dass an ALLEN Kontrollpunkten die Body Scanner stehen und sich die Passagiere, wie Lemminge* nacheinander, ohne zu zögern und das Szenario in Frage zu stellen, haben scannen lassen. Ich fragte beim Lufthansa Personal nach anderen Optionen der Sicherheitskontrolle. Dort hiess es, dass es keine gäbe und ich „da durch müsse.“ Daraufhin sprach ich direkt mit einem der Beamten und wurde darüber informiert, dass der Body Scanner FREIWILLIG ist. Und dann sah ich auch, dass in Klein(st)druck auf einem Poster „freiwillig“ stand.

Kurz zum Hintergund: Körperscanner, auch Ganzkörperscanner, Bodyscanner, Nacktscanner oder Terahertz-Kameras sind Geräte, mit denen der Körper einer Person sowie Gegenstände unter der Kleidung abgebildet werden, so dass beispielsweise Waffen oder Sprengstoffe sichtbar gemacht werden können.

Zwei Fragen bewegten mich daraufhin:

1.) Warum ist die Kommunikation so OFFENSICHTLICH UNKLAR? Durch die Sicherheitskontrolle „ohne Bodyscan“ gehen zu können, war als Möglichkeit weder offen präsentiert, bspw. durch wenigstens einen (!) Kontrollgang OHNE Body Scan Gerät, noch klar kommuniziert, bspw. durch entsprechend EINDEUTIGE Beschilderung. Zudem befinden sich links und rechts der Scanner rote Absperrbänder, um zu verhindern, dass jemand vorbei läuft, und erst auf meine ausdrückliche Bitte hin wurde ein Band gelöst, damit ich an dem Gerät vorbeigehen konnte. Und es dann eine ungewöhnlich ruppige und invasive Abtastung gab.  

Einige Flughäfen in der EU haben eine Sonderbewilligung und testen die Geräte versuchsweise unter strengen Auflagen der EU-Kommission. Zur Durchführung eines Scans muss angeblich die EINWILLIGUNG des betroffenen Passagiers eingeholt werden. ABER: Wie kann ich einwilligen – oder ablehnen – wenn mir nicht direkt und UNMISSVERSTÄNDLICH meine Wahlmöglichkeiten mitgeteilt werden? Über Risiken / mögliche Nebenwirkungen gab es auch keine Information.

2.) Wie kann es sein, dass alle Passagiere diese gesundheitlich (und womöglich auch datentechnisch) fragwürdigen Scanner so KRITIKLOS hinnehmen? Im elektromagnetischen Spektrum befinden sich die Body Scanner zwischen den Mikrowellen und den Infrarotwellen. Mikrowellen machen was mit Nahrung und Wasser, richtig? Wieso sollten sie keinen Einfluss auf unseren Körper haben, dessen Gesamtgewicht aus 60-80% Wasser besteht? Studien haben längst schon gezeigt, dass Mikrowellen-Nahrung ihren Nährwert verliert und in ihrer Struktur kollabiert (sichtbar unappetitlich aussieht). Und Infrarotlampen sind doch wohl auch noch als Einflussnehmer auf den menschlichen Körper bekannt, oder ist die Rotlichtmethode zur Behandlung von Schmerzen und Verspannungen schon vergessen?

Einige argumentieren, dass das bisschen Strahlung „den Kohl nicht fett mache“, da die eigentliche Flugstrahlung viel belastender sei. Ich sehe das anders.

Jeder Scanner, der sowohl etwas Grobstoffliches durchsichtig als auch Verdecktes sichtbar machen kann, muss kraftvoll sein. Und es ist unmöglich, dass solch ein Strahlungsgerät keinen Einfluss auf das menschliche Energiefeld (dann entsprechend auch den physischen Körper) hat.

Und dann kommt noch die einzunehmende, entwürdigende Körperhaltung hinzu:
Beine breit, Arme hoch! 

body scanbodyscanner-original

Wie hoch ist die Strahlenbelastung?

Das Bundespolizeipräsidium hat es noch Anfang 2010 als unwahrscheinlich bezeichnet, dass es einen flächendeckenden Einsatz von Körperscannern vor dem Sommer 2011 in Deutschland geben wird, da eine Gesundheitsgefährdung durch die Strahlenbelastung nicht ausgeschlossen werden kann und es bei Versuchen mit den Scannern teilweise nicht gelungen ist, Sprengstoff zu entdecken. Am 27. September 2010 begann ein Praxistest auf dem Flughafen Hamburg, bei dem „Freiwillige“ die neue Sicherheitsüberprüfung ausprobieren können. Die Tests waren zunächst auf sieben Monate angelegt, aber wurden verlängert. Seit 2014 werden die mittlerweile „ausgereiften“ Körperscanner am Hamburger Flughafen eingesetzt.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat 2014 dokumentiert, was man über die Body Scanner oder Ganzkörperscanner weiß. Die Experten kommen zu dem Schluss: Eine gesundheitliche Belastung kann nicht ausgeschlossen werden. Bei Systemen, die nicht mit Röntgenstrahlung arbeiten, ist sie aber als so gering einzustufen, dass das BfS aus Sicht des Strahlenschutzes „keine grundsätzlichen Bedenken“ hat. Experten weisen jedoch auch darauf hin, dass noch weitere Forschung notwendig ist, um eine abschließende Bewertung vornehmen zu können. Die Untersuchung zweier Geräte durch das Bundesamt für Strahlenschutz ergab für die kontrollierten Personen eine Strahlenbelastung, die zwischen 0,0001 und 0,001 Prozent des „in der EU zulässigen Grenzwertes lag“ (wer hat den auf welcher Basis definiert?). Dennoch sieht das Amt die Gefahr einer stärkeren Belastung bei untypischer Annäherung an die Sendeantenne oder wiederholten Kontrollen binnen weniger Minuten und empfiehlt weitere Forschungen.

Menschen neigen dazu, viel zu leicht Technologien zu verwenden, die sie nicht vollständig begriffen und untersucht haben. Sie glauben zwar, sie hätten, aber in der Regel scheinen ihnen nicht alle möglichen Auswirkungen bewusst zu sein, da eine Vielzahl von Informationen schlichtweg ausserhalb ihrer 5-Sinne-Wahrnehmung und ihrem wissenschaftlichem Equipment liegt. Das heisst aber nicht, dass nicht doch noch weitere Informationen und Daten existieren. Und so werden potenzielle subtile Nebenwirkungen nicht berücksichtigt und verursachen Risiken.
Also, lange Rede kurzer Sinn: NOCH ist der Body Scan bei deutschen Flughafen-Kontrollen FREIWILLIG. Bitte erinnere Dich zu gegebener Zeit. Und sag’s auch weiter!

lemminge

* Es gibt eine Legende über den Massenselbstmord von Lemmingen, die alle auf eine Felsklippe zu rannten ohne an deren Ende inne zuhalten…


APPENDIX
ELEKTROMAGNETISCHE STRAHLUNGEN

Terahertz-Wellen und Millimeterwellen haben eine Länge von 0,03 bis einem Millimeter. Terahertzstrahlung (wegen ihrer Wellenlänge auch als Millimeterwellen bezeichnet) ist elektromagnetische Strahlung im Grenzbereich zwischen Infrarotlicht und Mikrowellenstrahlung.

Infrarot wird in drei Gruppen unterteilt und es gilt: Je kürzer die Wellenlänge ist, umso tiefer kann die Strahlung in die menschliche Haut eindringen.
Infrarot A (IR-A): Wellenlänge 780 bis 1400 nm
Infrarot B (IR-B): Wellenlänge 1400 bis 3000 nm
Infrarot C (IR-C): Wellenlänge 3000 nm bis 1 mm

Mikrowellen ist ein Trivialname für den Frequenzbereich elektromagnetischer Wellen von 1 bis 300 GHz (Wellenlänge von 300 mm bis 1 mm). Mikrowellen kommen in der Radartechnik, im Mikrowellenherd sowie in vielen technischen Anwendungen wie drahtlosen Kommunikationssystemen (Mobilfunk, Bluetooth, Satellitenrundfunk, WLAN, Amateurfunk) oder Sensorsystemen (zum Beispiel Radar oder das Mikrowellen-Resonatorverfahren) zum Einsatz.

electromagnetic spectrum

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s