Respekt für den Menstruationszyklus

Der Aufruhr im Zusammenhang mit einer indischen Aktivistin, die versuchte, einen Tempel in Kerala (Sabarimala), der in alter Tradition für Frauen im Menstruationsalter gesperrt ist, zu betreten, bringt mich dazu, diesen Beitrag zu schreiben. Die gesamte öffentliche Diskussion ist verdreht und steckt in gängigen 3D-Paradigmen fest.

Von alters her werden in Indien menstruierende Frauen am Betreten bestimmter Tempel verhindert. Dies basiert auf den Yogawissenschaften und Erkenntnissen über die multidimensionale Anatomie von uns Menschen: Unser natürlicher energetischer Schutz (siehe auch Koshas / Aurafeld) kann durch chirurgische Eingriffe, Medikamente, Drogen- und Alkoholkonsum, emotionale Unruhe sowie körperliche Wunden und Blutungen geschwächt werden.

Frauen durchlaufen während ihres monatlichen Zyklus unterschiedliche Phasen, und es wäre viel hilfreicher, sich daran zu erinnern und dies zu respektieren (anstatt in einen feministischen Kampf zu ziehen). Während es eine Phase gibt, in der Frauen dazu neigen, kreativ, stark und extrovertiert zu sein, gibt es eine andere Phase, in der sich ihre Stimmung ändert und ihr System einen Gang herunterschaltet, und zwar unmittelbar vor und während der Menstruation. Und ein wichtiger Aspekt, der bei blutenden Frauen im Auge zu behalten ist: sie sind energetisch empfindlicher. Dies ist der Grund, warum in Indien in der Antike, und auch noch heute, Frauen während ihrer Periode keine Tempel betreten und auch nicht an Pujas (spirituellen Zeremonien in Anwesenheit vieler Leute) teilnehmen durften. Diese Regelung hatte die Intention, Frauen zu schützen. Denn ein geschwächtes Aurafeld ist ein potenzieller Eintrittspunkt für körperlose Wesen (Discarnates), negative Spirits und andere energetische Unannehmlichkeiten. Manche Tempel waren sogar ganz grundsätzlich verschlossen für Frauen im „menstruationsfähigen“ Alter.

Ich weiß es zu schätzen, dass manche Menschen annehmen, dass Frauen während ihrer Tage besondere spirituelle oder okkulte Kräfte besäßen – und es scheint ein plausibler Grund zu sein, warum sie von Tempeln ferngehalten wurden – als eine patriarchalische Maßnahme, um die Macht von Frauen zu kontrollieren.

Als ich aus Europa kam, wurde mir während meiner ersten Aufenthalte in Indien mehrmals gesagt, dass menstruierende Frauen an bestimmten Orten nicht erlaubt sind, und meine Reaktion damals war mit Ärger und innerer Rebellion verbunden.

ABER nach jahrelanger Energiepraxis und seit ich in Indien lebe mit einem tieferen Verständnis für das Gesamtbild, kann ich sagen, dass das Beschützen von Frauen vor vielbesuchten, hochbelebten Tempeln in einer Zeit, in der ihr System offen und sensible ist, Sinn macht. Vor allem im Hinblick auf die Architektur einiger hinduistischer Tempel und das ganzheitliche Denken dahinter: Normalerweise gibt es in den Tempelanlagen einen speziellen Ort, um das energetische Gepäck der Besucher zu absorbieren, sowie andere negative Einflüsse, die herumwirbeln können.

In der Vergangenheit gab es zudem auch diese Gründe:
1.) Hygiene (Mangel an Hygieneartikeln plus unsaubere Tempelumgebung) und
2.) Schutz vor lebensbedrohlichen Angriffen in der Wildnis (Blutgeruch im Dschungel und auf dem Land kann Raubtiere anziehen). Das ist kein Scherz, auch wir haben Leoparden in der Nachbarschaft!

Eine indische Freundin hat es so formuliert: „Dies ist alles ein Tamasha (Bedeutung: Theater), das von Menschen erzeugt wurde, um einen Tempel zu öffnen, den sie selbst überhaupt nicht verstehen…. Wir sind die einzige Zivilisation auf der Welt, die den Kamakhya-Tempel, der Maas Yoni darstellt, als Symbol für das Weibliche verehrt. Was versteht die BBC schon davon? Dies ist alles politisch motiviert…, und kommt als Ruf nach Gleichberechtigung verkleidet. Das Patriarchat muss auf andere Weise aufgelöst werden, nicht durch gewaltsames Eindringen in die Tempel…. Wir haben weitaus ernstere Probleme, mit denen wir uns befassen müssen… Außerdem stehen den Leuten Tausende von anderen Tempeln zur Verfügung, zu denen sie gehen können.“

Also, dies ist eine sanfte Erinnerung und eine Einladung, ein heißes Thema immer nochmal tiefer zu erforschen, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden.

Ich persönlich würde es bevorzugen, wenn Frauen alle relevanten Informationen ganz transparent zur Verfügung gestellt bekämen, damit sie informierte Entscheidungen treffen können. Sie ihren eigenen freien Willen nutzen können, anstatt gesagt zu bekommen, was zu tun ist und was nicht. Und anstatt Unsinn zu hören, wie bspw. körperlich unrein zu sein. Dies ist meine Sicht, welche sich insbesondere auf Indien bezieht. Aber auch was die westliche Gesellschaft betrifft, so wäre ganz generell unter Frauen ein Bewusstsein über den natürlichen, weiblichen Zyklus mit seine unterschiedlichen Phasen (Stärken / Bedürfnissen) und eine wertschätzende Rückverbindung mit dem eigenen Körper wünschenswert.

Falls Dich das Thema interessiert, hier ein verwandter Artikel, ‘Menstrual Taboos & Ancient Wisdom’:
https://mythrispeaks.wordpress.com/2013/03/26/menstrual-taboos-and-ancient-wisdom/

menstrual cycle

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