Über Meditation

 

Deine Lebensausdrücke – Gefühle, Gedanken, Worte, Handlungen, Kreationen – sind ein Spiegel des Bewusstseins, das Du hälst. Meditation kann eine Tür zur Verankerung höheren Bewusstseins sein. Mögen Stille und Entspannung zum Meditieren gehören, so geht es vor allem darum, sich selbst und die Umwelt zunehmend bewusster wahrzunehmen. Wir werden Beobachter unserer Gefühle und Gedanken, was hilft, uns von unseren Identifikationen und impulsiven Reaktionen zu lösen. Zu erkennen, was wirklich wichtig ist und über gewohnte Tendenzen hinauszuwachsen.

Meditation (Dhyana) gehört zu den Schlüsseln der Yoga-Praxis. Das Ziel ist die Transformation des Menschen zu seiner optimalen, bewussten und gereiften Form (Selbst-Realisierung). Meditation ist dabei ein Tor zu verfeinertem Gewahrsein und grundsätzlichem Wohlbefinden. Aber letztlich geht es um unsere bewusste Rückverbindung mit der allumfassenden kosmischen Intelligenz, welche weit über die von Menschen gemachten Grenzen wie Länder, Kulturen, Kasten, Konzepte und Religionen hinaus geht. 

Wirkungen regelmässiger Meditationspraxis

auf der körperlichen Ebene:
Entspannung, Verfeinerung der Sinne, zunehmendes Körperbewußtsein, Wohlbefinden, Leichtigkeit, Erdung, Vitalität;

auf der Verstandesebene:
innere Sammlung und Klarheit des Geistes, zunehmende Selbsterkenntnis, Gleichmut, weniger bewerten / verurteilen, Wachheit, wachsende Unterscheidungsfähigkeit, Steigerung der mentalen Leistungsfähigkeit;

auf der Gefühlsebene:
zunehmende Achtsamkeit, Gelassenheit und Geduld, Dankbarkeit und Wertschätzung des Lebens, Mitgefühl, Toleranz, Hingabe, Herzöffnung, Lösen von Gewohnheiten und reaktivem Verhalten, gesunder Selbstausdruck, Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehung;

auf der Energieebene:
Reinigung und Stärkung der Energie-Kanäle; Harmonisierung und Erhöhung der Schwingungen der subtilen und physischen Körperebenen; Erleben des reinen bewussten Lichtraumes als das Tor zu Deinem Selbst;

auf der Seinsebene:
zunehmendes Unterscheidungsvermögen und Inneres Wissen, erhöhte Intuition, im Fluß mit dem Leben sein, mehr Selbstvertrauen und Lebensfreude, Verfeinerung des Spürbewußtseins, Erkenntnisse zu existenziellen / spirituellen und persönlichen Fragen;

Getragen von der Existenz

Über das Meditieren lässt sich innere Stille und Sammlung entdecken, die sowohl Kraft als auch Halt vermitteln. Meditation ermöglicht uns den Blick und das Lauschen nach Innen, erlaubt uns dabei, den inneren Raum zu ordnen und Seelenfrieden zu finden. Nun, wie ist das möglich? Zunächst lernen wir, Beobachter unserer Gefühle und Gedanken zu werden, frei von Bewertungen, was hilft, uns nicht mehr mit dem unruhigen Geist, der meist zwischen Vergangenheit und Zukunft hin- und herspringt, zu identifizieren, sondern uns immer bewusster im Jetzt zu entfalten. Das bedeutet vor allem auch, uns selbst mit zunehmend mehr Achtsamkeit zu begegnen.

Die Aufmerksamkeit der Meditationsitzungen weitet sich auf das Alltagsbewußtsein aus und somit steigt die Fähigkeit, unsere Empfindungen, Gedanken, Worte und Handlungen immer bewußter wahrzunehmen, und unsere Erfahrungen – im Innen wie im Außen – anzunehmen. Wir lernen dabei, innere Widerstände zu erkennen, und sie im Licht des Bewußtseins zu beleuchten und aufzulösen.

Zunehmend mehr Gewahrsein im Alltag läßt uns bewußter unsere einschränkenden Konditionierungen, Gedanken- und Verhaltensmuster wahrnehmen und gibt uns so die Chance, unnötige Blockaden aufzulösen und uns immer freier im Einklang mit dem Lebensfluß zu bewegen. Uns erreichen Intuitionen und feine Impulse für einen besseren Durchblick, mehr Verständnis oder für das Erkennen neuer Wege und Ideen, was uns erlaubt, über gewohnte Tendenzen hinauszuwachsen. Eine zunehmende Erhöhung unserer Lebensenergie und Wahrnehmungsfähigkeit folgt ganz natürlich.

Wir spüren verstärkt, dass es eine höhere Instanz gibt, die uns trägt. In diesem tiefen erfahrbaren Wissen und dem Gefühl, aufgehoben zu sein, in unserer Mitte zu sein, kann sich der Herzraum oder „unser inneres Zuhause“ weiten. Bewertungsfreiheit, Mitgefühl, Gelassenheit und Entscheidungen aus echtem, unkonditioniertem Wissen, frei von Verstrickungen, nehmen zu.

So kann Meditation in das Erleben innerer Freiheit, das Einfach-Sein, führen – einem Zustand, in dem wir tiefen inneren Frieden, Einklang und allumfassende Liebe erleben. Ein Sein, in dem wir diese Liebe dann weitergeben können.

Meditation kann uns einen ganz neuen Zugang zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen, zur Umwelt und zur Existenz ermöglichen – sie ist eine Gelegenheit, positiven Einfluß auf alle Aspekte unseres Lebens zu nehmen. „Charakterbildung“ (Choa Kok Sui), Unbewußtes zu bereinigen und das „Welt-Ich“ (Dürckheim) zu klären, gehören dazu.

Spirituelle Entwicklung ist ein Prozess, ein Pfad, für den es keine festen Regeln gibt. Das größte Hindernis bilden sicherlich Erwartungen, Annahmen, Vergleiche und Zweifel, hingegen liegt einer der größten Schlüssel in Offenheit und Dankbarkeit. 


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