Eisige Kindheit, Blockiertes Erwachsenenleben: Re-Parenting als Schlüssel zur Befreiung

Als Kind mit emotional abwesenden Eltern aufzuwachsen und nicht wirklich gesehen, gehalten, geschützt und gefördert zu werden, ist eines der weitverbreitetsten Traumata der Menschheit. Und dieses Trauma hat weitreichende Auswirkungen, wenn es ungeheilt bleibt.

Wichtig dabei zu verstehen: Wenn auch die Eltern in ihrer Kindheit keine wahre Nähe und Unterstützung erfahren haben, geben sie diese Dynamik unbewusst an ihre Kinder weiter. Diese generationsübergreifende Übertragung von Traumata der Angehörigen einer Generation auf die nachfolgende Generation ist als transgenerationale Weitergabe bekannt.

Heilung beginnt mit dem bewussten Schritt, aus den Traumazyklen und Gefühlseinstellungen der Vorfahren zu treten, uns selbst zu lieben und Situationen zu schaffen, die uns seelisch nähren. Re-parenting ist dabei eine ganz wichtige Fähigkeit, um alte begrenzende Prägungen zu transformieren.

Re-parenting („Neubeelterung“) bedeutet, dass wir mit unserem wohlwollenden höheren Selbst in Kontakt gehen und uns selbst Verständnis und Fürsorge zukommen lassen. Dass wir selbst unser größter Förderer werden – mit dem Erinnern unserer “Inneren Kinder” (ihrem Kummer und den Überlebensstrategien), mit dem Loslassen alter Glaubenssätze und Verhaltensmuster, mit neuer Wahrnehmung und gesunden Grenzen.

Durch die Selbstheilung können wir aus emotionaler Reaktivität und vorauseilender Anpassung in bewusstes, authetisches Sein eintreten.

Emotionale Reaktivität ist eine explosive Ladung von Gefühlen, die unkontrolliert, impulsiv und unverhältnismäßig auftritt. Sie ist meist ein Zeichen unbewusster, ungelöster Wunden, die durch einen Trigger ausgelöst werden – ohne, dass wir uns der zugrundeliegenden Verletzung bewusst sind. Die Intensität der Reaktion steht in keinem Verhältnis zum Ereignis, aber spiegelt die Last alter Schmerzen wider, die nach Heilung rufen. Auch Gereiztheit, Wutanfälle, tränennahe Überempfindlichkeit, Nachtragen oder Schmollen sind typische Symptome des verletzten inneren Kindes.

Vorauseilende Anpassung habe ich von dem Begriff „vorauseilender Gehorsam“ abgeleitet. Vorauseilende Anpassung ist ein unbewusster Schutzmechanismus, welcher in der Kindheit bzw. in den prägenden Jahren zwischen Geburt und Adoleszenz entwickelt wurde, um mit unvorhersehbaren Emotionen oder fehlender Wärme der Eltern zurechtzukommen. Im Erwachsenenleben ist dieses Verhlaten jedoch unangebracht und hinderlich. Vorauseilende Anpassung bedeutet, das zu sagen oder zu tun, was wir vermuten, dass der andere – Vater oder Mutter (und später dann der Lebenspartner) – erwartet oder wünscht, oder übertrieben vorsichtig zu sein, um Konflikte zu vermeiden. Übrigens sind beide Reaktionen – Anpassung und Rebellion – Ausdruck eines Kampfes nach Liebe, Sicherheit oder Kontrolle innerhalb des Familiensystems.

Emotionale Abwesenheit oder emotionale Unbeständigkeit der Eltern sind weitverbreitet. Die Konsequenzen dieses Kindheitstraumas können sich auf vielfältige Weise im Erwachsenenleben zeigen. Zum Beispiel:

Schwierigkeiten mit Selbstwertgefühl & Selbstliebe
d.h. ständiges Gefühl der Unzulänglichkeit; übermäßige Selbstkritik; Beziehungs- und Bindungsängste; Angst, verlassen zu werden; Eifersucht; Scham; Konfliktvermeidung; Drang, „es anderen recht zu machen“; verschiedenste Kompensationsstrategien, Abhängigkeiten oder Zwanghaftigkeiten; Ignorieren der eigenen Intuition; Schwanken zwischen Minderwertigkeitsgefühlen und Anspruchshaltung / Grandiosität;

Ständige Suche nach Bestätigung von außen
d.h. starke Abhängigkeit von Anerkennung im Aussen; Druck, alles richtig machen zu müssen; Perfektionismus; Kontrollsucht; Anpassung an die Erwartungen anderer oder an Situationen, anstatt die eigenen Bedürfnisse / Wünsche zu erkennen und auszudrücken; extreme Orientierung an äusseren „Autoritäten“ und / oder Statussymbolen; unbewusste subtile Machtspielchen im Job – und Privatleben; starkes Wettbewerbsdenken;

Probleme mit gesunder Grenzsetzung
d.h. Schwierigkeiten, eigene Grenzen zu erkennen und gesunde Grenzen durchzusetzen; Bedürfnis, andere zu priorisieren ohne eigene Bedürfnisse zu kennen oder zu äußern; übermäßige Verantwortung übernehmen (Retter oder Märtyrer Archetypen); Opferrollen; zu viel oder zu wenig Selbstdisziplin; Orientierungslosigkeit in Bezug auf eigene Werte, Talente und Stärken;

Wiederholung von schädlichen Lebensmustern
d.h. in immer wieder die gleichen ungesunden Partnerschaften oder familiären Konflikte zu geraten; Selbstsabotage; Fantasieren aber nicht Implementieren; emotionale Reaktivität und Unfähigkeit, eigene Gefühle zu regulieren; oder das Gegenteil: emotionale Leere und innere „Vereisung“ durch wiederholte Verdrängung von Gefühlen wie Traurigkeit, Ärger, Angst; Selbstbetrug und Lebensmasken; körperliche Symptome wie Erschöpfung oder Krankheiten;

Mangelnde Gottesanbindung
d.h. emotionale Vernachlässigung kann das Vertrauen in eine höhere Kraft oder das Gefühl einer tiefen spirituellen Verbindung beeinträchtigen; Gefühl von Bedeutungslosigkeit; Gefühl von Einsamkeit, Trennung oder Isolation; Depression; spirituelles Bypassing (spirituelle Praktiken und Programme nutzen, um psychische Wunden zu überspielen und um „negative“ Emotionen und die aufrichtige Auseinandersetzung mit tatsächlicher Heilung zu umgehen);

Heilung und Transformation beginnen mit der Entscheidung, uns Aufmerksamkeit zu schenken und liebevoll zu umsorgen. Re-parenting ist der Schlüssel, um alte Wunden zu heilen und zu lernen, wir wir uns selbst zu schützen und fördern können. Diese innere Arbeit erlaubt es uns, aus Reaktivität und dem Recyclen alter, unbewusster Programme in ein bewussteres, erfüllteres Leben zu treten.

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