Menopause – der Name alleine ist irreführend und irritierend. Denn nichts pausiert und geht dann irgendwann weiter. Der Begriff Wechseljahre passt da schon viel besser.
In diesem Teil komme ich zu den Symptomen der Wechseljahre – den Zeichen, die uns Frauen signalisieren, dass wir im Umbruch sind. Dabei ist weniger das Hormon-Profil auschlaggebend, als die konkreten Veränderungen. Und Menopause ist weit mehr als nur „Hitzewallungen“. Ich werde die Symptome so umfassend und ehrlich wie möglich benennen. Und einige werden Dich vielleicht so überraschen wie mich.
Es sei allerdings angemerkt, dass manche Frauen beschwerdefrei durch diese Zeit gehen. Das ist auch möglich.
Frauen erleben die Menopause sehr unterschiedlich und viele Symptome basieren auf hormonellen, neurologischen und immunologischen Wechselwirkungen.
Perimenopause – Die Achterbahnfahrt
Dies ist die Übergangsphase, meist wenn Frauen 40–50 Jahre alt sind. Diese Zeit kommt mit Stimmungsschwankungen und hormonellem Chaos. Die Hormone (vor allem Östrogen und Progesteron), aber auch die Emotionen, schwanken unvorhersehbar.
- Unregelmäßige Perioden
- Starke oder verlängerte Blutungen
- Stimmungsschwankungen
- Schlafprobleme
- Reizbarkeit, latente Angst
- Brustspannen
- Gewichtszunahme
- Migräne / Kopfschmerzen
- Libidoveränderungen
- Beginn von Hitzewallungen oder Nachtschweiß
- Wiederholte Fehlgeburten (Hinweis auf frühere hormonelle Dysbalancen oder Traumafolgen)
- Erste graue Haare und Hautveränderungen
Menopause – Ankommen im Neuland
Das ist die Zeit nach dem Ausbleiben der Periode über mind. 12 Monate, meist ab 50 oder 55 Jahren. Eine Phase mit einem stabilerem, aber niedrigem Hormonspiegel und einem Lebensgefühl von Aufbruch, Neuorientierung und Selbstfindung. Typische körperliche Veränderungen:
- Vaginale Trockenheit, Schmerzen beim Sex
- Lust-Verlust
- Harnwegsinfekte
- Nächtliche Toilettengänge
- Gelenkschmerzen, Arthritis
- Knochenschwund
- Häufigerer Knochebruch bei Unfällen
- Muskelabbau
- Haut- und Haarveränderungen (Trockenheit, Graufärbung, Haarausfall)
- Gewichtszunahme an Bauch und Rücken (wegen Östrogenabfall)
- Konzentrationsschwierigkeiten / Brain Fog
- Erhöhte Cholesterinwerte
- Pre-Diabetes Diagnose/ Blutzuckerprobleme
- Zahnfleischrückgang
SÄMTLICHE SYMPTOME IM ÜBERBLICK und GANZHEITLICH BETRACHTET
(kein Anspruch auf Vollständigkeit)
Körperliche und hormonelle Veränderungen:
- Hitzewallungen
- Veränderungen des Cholesterinspiegels
- Diabetesanzeichen oder Insulinresistenz
- Veränderungen im Menstruationszyklus (Perimenopause)
- Ausbleiben der Menstruation (Menopause)
- Gewichtszunahme (Östrogen-Senkung, Insulinresistenz, Cortisol-Erhöhung)
- Schwierigkeit, abzunehmen
- Frozen Shoulder (tritt erstaunlich oft bei Frauen zwischen 45 und 60)
- Muskelschmerzen
- Gelenkschmerzen
- Knochenschwund / erhöhte Knochenbrüchigkeit (Osteoporose)
- Arthritis
- Haarausfall
- Graue oder krause Haare
- Brüchige Nägel
- Zahnwurzelentzündungen
- Fuß- oder Zehennagelpilz
- Vergilbung der Zähne (Zahnschmelz wird dünner / Dentin scheint durch)
- Veränderungen der Verdauung (Blähungen, Völlegefühl, Reizdarm)
- Herz-Kreislauf-Symptome (Herzrasen, Blutdruckschwankungen)
- Nachtschweiß
- Kälteempfindlichkeit
- Nährstoffmängel
Haut, Schleimhäute und Sinnesorgane
- Trockene Haut
- Juckende Haut
- Juckende Ohren
- Akne
- Trockene Schleimhäute (Augen, Nase, Zahnfleisch, Vagina)
- Zahnfleischprobleme
- Körpergeruch (durch veränderte Bakterienflora oder Hormone)
Sexualität & Intimbereich:
- Vaginale Trockenheit
- Vaginale Schrumpfung / Elastizitätsverlust
- Schmerzen beim Sex
- Nachlassendes sexuelles Verlangen (Libidoverlust)
Emotionale und psychische Veränderungen:
- Angstzustände
- Reizbarkeit und Aggression
- reduzierte Toleranz
- Stimmungsschwankungen
- Depression
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Schlafstörungen
- Erschöpfung / Müdigkeit
- Verändertes Selbstbild und Identitätsfragen („Wer bin ich jetzt?“)
- Aufpoppen ungeheilter alter Traumata oder seelischer Themen
Immun- und Stressreaktionen:
- Neue oder plötzliche Allergien
- Verstärkte Stressreaktionen
- Geruchsempfindlichkeit
- Geschmacksempfindlichkeit
- Erhöhte Entzündungsneigung
- Längere Wundheilungszeit / Verlangsamung regenerativer Zellprozesse
- Dysfunktionale Beziehungen sind nicht mehr zu ertragen
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Symptome der Wechseljahre hormonell –
physiologisch bedingt sind, aber auch genetisch, sowie von sozialen und psychosomatischen Komponenten beeinflusst werden. Menopause-Symptome können daher ein Weckruf sein, um neue Erkenntnisse, Wandlungen und Entwicklungen zuzulassen.
Es ist die Chance unseren Körper und unsere Seele besser kennenzulernen, unsere Glaubenssätze, Gewohnheiten, Annahmen, Identifikationen zu hinterfragen, sowie unsere Handlungsspielräume zu erweitern. Wie können wir die Beschwerden der Wechseljahre lindern? Und wie können wir uns von ungesunden oder bedeutungslosen Beziehungen (privat und beruflich) befreien?
Gerade in Zeiten des Übergangs ist es entscheidend, sich selbst auf psychologischer und spiritueller Ebene zu stärken – durch Achtsamkeit, Selbstmitgefühl, Verbundenheit mit der eigenen inneren Stimme und das bewusste Gestalten neuer Grenzen. Dazu mehr im kommenden Teil dieser Serie.
Was die Linderung der Symptome angeht, empfehle ich ein 3-Schritte-Programm:
- Detox (Entgiftung)
– Schwermetall-Entgiftung
– Parasitenkur
– Fasten am Morgen
– Intermittent Fasting
– Ernährung umstellen (wann, was, wie)
– Alkoholkonsum reduzieren
– Kein Kaffee am Nachmittag
– Rauchen aufhören
– Kleidung prüfen und aussortieren, was nicht mehr stimmig ist
– Lebens- und Wohnräume aufräumen
– Beziehungen zu sich selbst und anderen prüfen
– Selbstbetrug stoppen und ganz ehrlich zu sich sein - Harmonisierung:
– Massagen
– Craniosacral-Therapie
– Sanfte Bewegungen: Yoga, Tai Chi, Tanzen, Spaziergänge
– Krafttraining, Trampolin, Seilspringen, Gewichtheben (kein Ausdauertraining, denn dies kann den Cortisolspiegel erhöhen – wichtig: den Körper stärken, nicht erschöpfen)
– Sauna / Hammam
– Frische Luft
– Tägliche Meditation
– Tagebuchführen und Zyklus tracken
– Austausch mit der besten Freundin
– Ganzheitliche Therapie (um loszulassen, was blockiert und zu erinnern, was wahr ist)
– Reduzierter Internet- und Medien-Konsum
– Für gute Schlafkonditionen sorgen (dunkler, wifi-freier Raum etc)
– Bio-Cremes und -Schönheitsprodukte
– Rotlicht-Therapie
– Oxytocin-Auschüttung fördern (beeinflusst Cortisol und viele andere Hormone) durch Umarmungen, Lachen, mit Tieren kuscheln, mit Freunden sein, etwas schenken, meditieren, Massage, Musik, verschiedenste Gesten / Aktionen aus Güte und Grosszügikeit, einem Menschen helfen, ein Tierheim unterstützen usw.
– Früh schlafen und früh aufstehen (mit dem Sonnenaufgang) - Stärkung
– Mikrobiom-Unterstützung (Prebiotics, Probiotics)
– Nahrungsergänzungmittel
– Mehr Proteine (Fisch, Eier, Quinoa, Linsen, Hummus, Kichererbsen, Tofu, Mandelbutter) und gute Öle
– Frische Bio-Nahrung (Östrogen- und Progesteron-bildend)
– Reines Quellwasser trinken
– Hormone (Cremes, Gels, Zäpfchen, Patches, Tabletten)
– Sich umfassend zum Thema Wechseljahre informieren
– Sich selbst besser kennenlernen
– Authentischen, kreativen Selbstausdruck praktizieren
– Geduld üben
– Multidimensionalen Werkzeugkoffer anlegen (mit unterstützenden Methoden, Tools, Mitteln, Aktivitäten, Musik etc).
– Etwas ganz Neues lernen (Sprache, Instrument, Sport, Kochen, Gesellschaftsspiele)
– Ganzheitliches Coaching für Synergie von Körper, Geist, Herz und Seele
– Sonnenlicht und Vitamin D zur Regulierung des Hormonhaushalts
– Das Göttliche um Unterstützung bitten
– Dankbarkeit praktizieren
Es gibt noch viele weitere wichtige Informationen. Dieser Artikel bietet einen Überblick und ist als Einladung gedacht, sich mit dem Thema Wechseljahre tiefer auseinanderzusetzen.
Die Menopause ist keine Krankheit, sondern eine Initiation in die Tiefe des Weiblichen. Ein Tor, der reifen Frau in uns zu begegnen. Ein Übergang zu neuer Klarheit, innerer Freiheit und gelebter weiblicher Weisheit.
Die Menopause betrifft jedoch nicht nur Frauen. Sie verändert das ganze Beziehungsfeld. Wenn sich die Frau wandelt, bleibt auch der Mann nicht unberührt. Wenn die Frau in die Tiefe geht, zwingt das den Mann, bewusst oder unbewusst, ebenfalls, hinzuschauen. Ihr Bedürfnis nach Wahrheit konfrontiert seine Komfortzonen. (Aber auch ohne Frau an seiner Seite, durchlebt der Mann eine Phase des Übergangs. Oft leiser, aber nicht weniger tief. Sein Hormonhaushalt verändert sich ebenfalls, Muskelkraft und Regeneration lassen nach, die Aufmerksamkeit verschiebt sich von der Außenorientierung und Leistung hin zu Reflexion und Sinnsuche, u.v.m.)
Was bei der Frau an Feuer, Klarheit und Wahrheit aufsteigt, spiegelt sich in ihm eher als Unruhe, Nachdenklichkeit oder Widerstand. Beide werden eingeladen, alte Rollenbilder loszulassen und sich auf einer neuen Ebene zu begegnen. Ehrlicher, verletzlicher, menschlicher. So führt der Wandel nicht notwendigerweise zu einem Bruch der Beziehung, sondern wird eine Initiation für beide, sofern sie den Mut haben, sich bewusst und aufrichtig darauf einzulassen. Dann sind die Wechseljahre potenziell eine gemeinsame Reise in ein reiferes Miteinander.
Und so komme ich zur Liste empfehlenswerter Bücher. Von den meisten kenne ich nur den englischen Titel. Bitte prüfe bei Bedarf, ob es die deutsche Übersetzung gibt.
The Wisdom of Menopause (deutsche Ausgabe: Weisheit der Wechseljahre)
von Christiane Northrup MD
Darm mit Charme
von Giulia Enders
How to Menopause
von Tamsen Fadal
The Menopause Reset
von Dr. Mindy Pelz
Finding Your Balance – Your 360 Guide to Perimenopause and Beyond
von Dr. Nozer Sheriar & Shonali Sabherwal
Menopause Bootcamp
von Suzanne Gilberg-Lenz, MD
Und wer an der Ayurvedischen Perspektive interessiert ist:
Ayurvedic Healing for Women
von Atreya
Women’s Power to Heal Through Inner Medicine
von Maya Tiwari
ATELIER ANANDA
Ganzheitliche Transformation & Bewusstseinspraxis