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Mehr Wintersonne, weniger Silvester – Über Gelassenheit & inneres Wissen zum Jahreswechsel

Mit 19 oder 20 habe ich zum ersten Mal entschieden, Silvester nicht zu feiern und mich bewusst aus den üblichen Partys rauszuhalten. Nachdem ich all die Jahre immer brav mitgefeiert hatte, mit Familie oder Freunden, war absehbar: es ist jedes Jahr ein Mehr desselben.

Es mangelte nicht an Einladungen, privat oder in einem Club zu feiern. Aber ich wollte einfach nicht. Ich wollte nicht bis Mitternacht warten und Sekunden zählen, wollte nicht angebaggert werden und nicht spät in der Nacht oder am frühen Morgen im Party-Outfit durch nass-eisige, schwefelig-riechende Strassen laufen und im Taxi sitzen oder von einer Person abhängig sein, die versprochen hatte, nichts zu trinken.

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Weihnachten: Auf Kommando feierlich & fromm?

Wenn Du Dich jedes Jahr im Dezember verspannst, ohne genau zu wissen warum, bist Du nicht allein.

Viele sehen den Weihnachstagen mit einer gewissen Anspannung entgegen. Mit Stress. Und vielleicht passt Ambivalenz am besten als Beschreibung, denn es ist meist keine schwarz-weiss Haltung, kein eindeutiges Dafür oder Dagegen, sondern eher eine Mischung aus Freude, Melancholie, Druck, latenter Irritation, Schwere und Müdigkeit, die sich in dieser Jahreszeit um das grosse Fest herum einstellt. Sie fühlen sich so jeden Dezember. Viele passen sich den Gegebenheiten an und zunehmend mehr flüchten – in Wellnesshotels im Harz oder nach Hawaii. Bloss weg von Krippe, Kirche und Keksen.

Alle Jahre wieder kommt das Christkind, aber eben auch dieses Gefühlsmuster. Und genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

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Verkrampft, spießig und gehemmt – Eine Reflexion über Prägungen und Potenzial

Damals in Hamburg. Lang, lang ist es her. Wie lang genau, keine Ahnung, denn die Abi-Zeitung meines Jahrgangs hat es versäumt, ein Datum auf das Cover zu drucken. Ich erinnerte mich heute beim Kochen an meinen Artikel, den ich damals last minute zum Redaktionsschluss beigesteuert hatte. Das Redaktionsteam hatte mich gefragt, ob ich nicht noch die halbe leere Magazinseite füllen könnte. Und so schrieb ich spontan eine Review meines Kunst-Leistungskurses. Und ja, der Lehrer schnitt nicht gut ab. Aber wir ja auch nicht.

Mein Artikel von damals war betitelt: „Verkrampft, spießig und gehemmt“. Und damit waren wir Schüler gemeint, die sich Kunst als Leistungskurs und damit als Abiturprüfungsfach gewählt hatten. Es war das Zitat unseres Kunstlehrers und ein Kommentar, den wir in dieser Zeit immer wieder zu hören bekamen.

Während ich heute darüber nachdenke, muss ich zugeben: Ja, wir waren verkrampft, spießig und gehemmt. Aber wir waren noch so viel mehr.

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Über die Kunst, Energien zu verstehen: Energy Literacy & Unterscheidungsvermögen

Zunehmend mehr Menschen sprechen von Energien. „Da war so viel Energie im Raum“, „das Seminar war echt intensiv“ oder „wow, ich habe da richtig was gespürt“. Das ist wundervoll und zeigt, dass sich unsere Wahrnehmung erweitert. Wir nehmen das Fühlen und unser Spürbewusstsein ernster. Wir werden aufmerksamer. Wir achten auf Untertöne in einem Gespräch oder einer email, auf die Stimmung im Gegenüber, Atmosphäre in einem Raum, Wärme oder Kühle in Begegnungen. Wir nehmen zunehmend auch Energie in Worten, Taten, Gesten und Mimik sowie in Kunst, Musik, Büchern und der Farbwahl von Kleidung wahr. Grossartig! Endlich!

Gleichzeitig erlebe ich als ganzheitlicher Coach und Energiepraktiker etwas, das mich nachdenklich macht. Denn gerade weil diese Sensibilität wächst, entsteht ein neues Bedürfnis: Wir müssen lernen, das Wahrgenommene differenzierter zu verstehen und zu benennen. Viele Menschen spüren inzwischen viel, aber sie können meist nur wenig unterscheiden. Es bedarf der Bewusstseinspraxis.

„Energie“ ist ein grosses Wort. Aber es beschreibt kaum, wie etwas gewirkt hat, warum wir uns so oder so fühlen oder ob eine Erfahrung wirklich nährend, transformierend oder vielleicht einfach nur überwältigend war. Intensität allein ist kein Qualitätsmerkmal!

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Revolution in der Lebensmitte: Erwachen für Frauen, Einladung für Männer, Prüfung für Paare

Etwas bewegt sich gerade. Nicht nur in einzelnen Beziehungen, sondern in ganzen Generationen. Frauen wachen auf, Männer stolpern hinterher. Das ist eine Beobachtung, keine Bewertung. Frauen spüren eine Kraft, die lange verschüttet war. Und viele Paare stehen plötzlich an einem Punkt, den niemand kommen sah. Oder niemand aussprechen wollte.

Es ist eine Erschütterung, die tiefere Wurzeln und mehr Facetten hat, als wir denken.

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(Peri)Menopause: Wenn die Hormone um 3 Uhr morgens Party machen und deine Seele ein neues Leben will

Erschöpfung ohne erkennbaren Grund. Aufwachen mit diffuser ängstlicher Unruhe um drei Uhr morgens. Oder Aufwachen zur Wahrheit über die unausgewogene Partnerschaft – mit einer Intuition, die so geschärft ist, dass du nicht mehr wegschauen kannst. Nicht selten geht es schon Ende 30 los.

Perimenopause und Menopause sind nicht einfach nur hormonelle Phasen. Sie sind meist auch ein Ruf der Seele und ein Wendepunkt, wo Aspekte unseres Seins abfallen weil sie nicht mehr passen. Sogar unsere Kleidung fühlt sich an, als gehöre sie zu einer nicht mehr existierenden Version von uns. Und du fragst dich: Wie bin ich hier gelandet? Wie konnte ich mich unterwegs so verlieren?

Was ist mit der Frau passiert, die einst selbstbewusst, kreativ und lebendig war? Derjenigen, die ihren Führerschein mit 18 in der Tasche hatte. Die erst um Mitternacht in die Clubs loszog und bis in die Morgenstunden zu Deep House, Garage oder Electro tanzte. Die Frau, die es überlebt hat, von Kindheit an die Mutter ihrer eigenen Eltern zu sein. Die mit 20 auszog, sich ihr Studium erarbeitete, um unabhängig zu sein, die erkundete, reiste, träumte, lebte. Alles ohne Handy – ausgestattet nur mit Intuition, gesundem Menschenverstand und einem Anrufbeantworter am Festnetztelefon.

Unsere Generation – die 70er-Mädchen, 80er-Diven und 90er-Entdeckerinnen – lernte, alles zu sein: Karrierefrau, perfekte Partnerin, Multitasking-Mutter, emotional intelligent, spirituell erwacht, umweltbewusst, endlos geduldig und mühelos schön. Und das alles, während sie Geburtstage erinnerte, sich die Beine wachste, meditierte und darauf achtete, Bio-Lebensmittel zu kaufen.

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Co-Abhängigkeit oder Trauma-Bindung? Über den Unterschied & den Weg raus in die Freiheit

Die Begriffe Co-Abhängigkeit und Trauma-Bindung werden oft synonym verwendet, aber sie beschreiben sehr unterschiedliche Dynamiken. Ich versuche hier mal, den Unterschied so einfach wie möglich zu erklären – basierend auf meinen eigenen Erfahrungen und den Einsichten, die ich durch die Arbeit mit meinen Klienten gewonnen habe.

Dieses Verständnis ist ein wichtiger Schlüssel, um den passenden Heilungsweg zu finden und Wiederholungen zu vermeiden. Wenn wir benennen können, was wirklich in uns geschieht, können wir unsere Selbstzweifel und Selbstsabotage abschmelzen. Und mit diesem Durchblick können wir uns gezielt entwirren, wieder in Kontakt mit uns selbst kommen und uns auf echte Befreiung zuzubewegen.

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Weckruf der Wahrheit | Menopause 3/3 – Spiegel der Beziehung zu Dir und Anderen

Ich habe es in meinen vorangegangenen beiden Artikeln bereits angedeutet: Wie wir Frauen die Wechseljahre erleben, hängt im Wesentlichen von unseren Beziehungen ab – in erster Linie von der Beziehung, die wir zu uns selbst, und zu Gott, haben. Und daraus ergibt sich ja letztlich auch die Qualität der Beziehung zu unserem Partner oder Ehemann oder zu unserem Beruf.

Es gibt Frauen, die relativ beschwerdefrei durch die Menopause segeln. Und es gibt jene, die wirklich herausgefordert werden.

Wechseljahre – mit oder ohne Beschwerden – sind in der Regel eine Einladung zur Lebensrückschau und Selbsteinschätzung. Ein Aufruf zu Ehrlichkeit, Klarheit und Handeln. Und damit verbunden oft auch emotionaler Heilung und pragmatischen Veränderungen im Alltag.

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Reformative Reise | Menopause Teil 2/3 – Metamorphose des Weiblichen

Menopause – der Name alleine ist irreführend und irritierend. Denn nichts pausiert und geht dann irgendwann weiter. Der Begriff Wechseljahre passt da schon viel besser.

In diesem Teil komme ich zu den Symptomen der Wechseljahre – den Zeichen, die uns Frauen signalisieren, dass wir im Umbruch sind. Dabei ist weniger das Hormon-Profil auschlaggebend, als die konkreten Veränderungen. Und Menopause ist weit mehr als nur „Hitzewallungen“. Ich werde die Symptome so umfassend und ehrlich wie möglich benennen. Und einige werden Dich vielleicht so überraschen wie mich.

Es sei allerdings angemerkt, dass manche Frauen beschwerdefrei durch diese Zeit gehen. Das ist auch möglich.

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Worüber keine Frau sprechen möchte | Menopause Teil 1/3 – über das grosse Schweigen und die Einladung, hinzuschauen

…und worüber in der Tat auch keine Frau spricht: die Menopause. Ahhh, genau. Will ich nicht. Hab ich nicht. Seh ich nicht. Hör ich nicht. Sprech ich nicht drüber. Das ist was für alte Frauen. Ausblenden. Nächstes Thema, bitte!

Ja, wenn es so einfach wäre. Von den Wechseljahren sind nicht nur Frauen, sondern auch Männer betroffen, nämlich die Partner von Frauen, die sich im Wandel befinden. Und es sind nicht nur Frauen, die über 50 sind. Es kann schon in unseren 30ern losgehen. Neben der Menopause gibt es auch die Perimenopause, die Jahre vor dem grossen Umschwung. Mehr dazu etwas später.

Schlimm genug, dass sexuelle Aufklärung in Familien und Schulen selten ganzheitlich oder wertfrei behandelt wird. Für Mädchen und Jungen im Westen gibt es kaum Initiationsrituale oder Willkommenstraditionen, wenn sie in die Pubertät kommen. So bleiben die meisten in dieser Entwicklungsphase auf sich allein gestellt und finden Informationen im Netz, die mehr von Algorithmen als von Weisheit geprägt sind.

Fast noch schlimmer ist aber das grosse Schweigen in Bezug auf die Entwicklungsphase reifer Frauen: die Menopause. Wie ist es möglich, dass Symptome, Herausforderungen und Lösungsmöglichkeit nicht offen kommuniziert werden? Als Erwachsene sollten wir doch begriffen haben, dass Wegschauen und Verdrängen weder zielführen, noch gesund sind. Und Wechseljahre betreffen uns doch alle, nicht nur Frauen, sondern auch Männer, Kinder und letztlich die ganze Gesellschaft.

Dies wirft die Frage auf, warum das so ist – und wie im Westen mit dem Altern und überhaupt mit dem Tod umgegangen wird.

Aus meiner Perspektive – nachdem ich über die Hälfte meines Lebens im Ausland und insgesamt ein Drittel meiner Lebenszeit in den Arabischen Emiraten und vor allem in Indien verbracht habe – kann ich nur sagen: Der Umgang im Westen mit Altern und Tod ist oft befangen, ängstlich und distanziert.

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Mein Leben am Fusse des Himalaya: Naturgewalten & Nachbarschaft

In den vergangenen paar Wochen war hier einiges los. Diebstahl im Nachbartempel, Wolkenbrüche, Fluten und Landrutsche, gekappter Strom und zerstörte Wasserleitungen, wilde Elefanten, Sturz eines Baby-Rehs, Navratri-Festival zu Ehren der grossen Göttin und vieles mehr. Anlass genug, mal wieder von meinem Leben hier in Indien, im Himalaya Vorland und am Rande des Dschungels, zu berichten. Und auch gleich ein paar Tipps zu geben, denn in diesen Tagen habe ich einiges gelernt.

Hier authentische Einblicke in echtes Leben… keine perfekt inszenierten Instagram-Momente.

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Yoga-Praxis: Emotionaler Support

Die Yogapraxis kann eine intensive emotionale Reise sein – und das trifft viele Praktizierende oft ganz unvorbereitet. Vor allem auch jene, die sich in der Yogalehrer-Ausbildung befinden (Yoga TTC).

Wenn wir mit dem Körper arbeiten, kommen wir immer auch in Kontakt mit unseren Emotionen. Unser Atemrythmus (der während verschiedener Bewegungen variiert) ist beispielsweise eng mit unseren Gefühlsmustern verbunden und kann emotionale Ladungen auslösen. Ebenso können uns bestimmte Schmerzpunkte im Körper dazu drängen, längst vergessene und ‚gut ignorierte‘ emotionale oder energetische Knoten zu fühlen, bis wir sie bewusst lösen. 

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Große Visionen – aber die Umsetzung bleibt aus?

Das Phänomen des „nicht-in-die-Puschen-Kommens“, also des steckengebliebenen Visionärs, ist ein tiefes und weit verbreitetes menschliches Thema. Es geht weit über bloße Faulheit oder Zeitmanagement hinaus und berührt unbewusste Ebenen unserer Seele, Psyche und Identität.

Es liegt meist an unbewussten Mustern, Ängsten und alten Selbstbildern. Lass uns hinschauen, wo Dein Potenzial festhängt und frei werden möchte.

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