Raus aus der Schuld  – Durchbrechen narzisstischer Gefangennahme

Wenn Du von einer Mutter und / oder einem Vater mit narzisstischem Verhalten erzogen wurdest, bist Du ungesehen und ungehört aufgewachsen und neigst höchstwahrscheinlich dazu, Dir selbst für alles Mögliche die Schuld zu geben. 

Von narzisstischen Eltern missbrauchte Kinder haben als Erwachsene ein schwaches, überlagertes Selbstbewusstsein und kaum Zugang zu ihren Bedürfnissen und Talenten. Und falls sich doch noch eigene Wünsche zeigen, werden diese sofort von Schuld, Scham, Selbstzweifeln und typischerweise Selbstsabotage überschattet. Denn das war die Dynamik der prägenden Jahren. 

Normalerweise fühlen wir uns schuldig, wenn wir glauben, etwas falsch gemacht zu haben. Weil unser Gewissen zu uns spricht. Wenn wir jedoch mit narzisstischen Eltern aufwachsen, programmieren sie uns so, dass wir uns für unsere Bedürfnisse und unseren Selbstausdruck schuldig fühlen. Das ist pervers.

Die Kommunikation des narzisstischen Elternteils ist eindeutig. Alles was er nicht will oder was ihm nicht gefällt, lässt uns automatisch Scham und Schuld fühlen. Wir werden unschuldig schuldig gemacht.

Und später, wenn erwachsen, setzt sich das Muster des Sich-schuldig-fühlens fort: Unsere Verhaltensprägung aus der Kindheit besagt, dass es falsch ist, nicht zu tun, was jemand möchte. Übersetzt: wenn ich nicht das tue was andere wollen, bin ich schuldig. Wenn ich anderen nicht gefalle, bin ich schuldig. Ich darf nicht ich selbst sein.

Narzisstische Eltern erlauben nicht, dass ihr Kind eigene Ansichten und Bedürfnisse hat. Und nur solange das Kind an die Eltern angepasst ist und sich als Verlängerung der Eltern ergibt (Essen, Kleidung, Aktivitäten, Leistung), also wenn das Kind “gut genug ist”, gibt es Frieden und belohnende Bestätigung (und somit “Sicherheit”) im Haus. 

Kinder haben keine Erlaubnis eine eigenständige Identität und Realität ausserhalb der narzisstischen Eltern-Welt zu haben. Sobald das Kind eine eigene Identität entwickelt und autonom wird, gibt es Ablehnung, Missbilligung, Erniedrigung oder schlicht Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit von Mutter und / oder Vater. 

Das heisst, die narzisstischen Eltern kapern die Aufmerksamkeit und Autonomie (Identität) ihres Kindes. Das Kind wird getadelt oder bestraft, wenn in ihm eigene Bedürfnisse auftauchen. Und leider hat das Kind keine andere Option als Anpassung an die narzisstischen Eltern, denn sein Überleben hängt ja von dieser Beziehung ab.

Narzisstischen Eltern ist alles wichtig, was Image und Status glänzen lässt. Wie ihr Bild zur Aussenwelt ist. Sie haben den Anspruch, im Aussen gut dazustehen. Familientreffen mit einem perfekten, porzellangedeckten, silberbesteckten Dinnertisch und 5 Gänge Menü, aber alle Anwesenden sind angespannt, oberflächlich und künstlich. Gut genug für Selfies und Social Media. 

Erwachsene mit ungeheilter Kindheit ziehen nicht nur Beziehungen zu Narzissten an, sondern sind auch so konditioniert, dass sie sich um den narzisstischen Elternteil, Bruder / Schwester, Partner, Boss oder Guru non-stop kümmern und sich für sie verantwortlich fühlen. Sie passen sich an, weit über das was gesund und verträglich ist. 

Kritik und Massregelung, als Folge für das Ausdrücken eigener Bedürfnisse und Grenzen, sind Erfahrungen, die sich in der Kinderseele eingebrannt haben, so dass im Erwachsenenalter die Dynamik des Anpassens und Gehorsams ganz automatisch fortgesetzt wird. Solange wir uns selbst nicht die Hand reichen und uns heilen.

Das Ganze läuft unterbewusst, daher nützen intellektuell entschiedene Resolutionen nicht viel. Es bedarf der Arbeit mit dem Unterbewusstsein und Höheren Selbst.

Das Aufwachen in diese Thematik beginnt üblicherweise, wenn wir uns als Erwachsene in einer narzisstischen Beziehung befinden, in der es uns auf allen Ebenen zunehmend schlechter geht. 

Die gute Nachricht ist, dass wir diesen Teufelskreis durchtrennen und verlassen können. 

Allerdings bedarf es konsequenter Selbstheilung und Bewusstseinspraxis. Der innere Heilprozess erfordert beharrliche Selbstreflektion und absolute Ehrlichkeit mit uns selbst. Das geht ans Einmachte. Aber das soll es ja auch, denn es steht an, uns auf tiefsten Ebenen von den traumatischen Missbrauchserfahrungen unserer Kindheit zu erholen. Im wahrsten Sinne, unser wahres Selbst zu erinnern und zu uns zurückzuholen. 

Wenn Du in einer narzisstisch verstrickten Beziehung steckst – Ehe, Jobsituation, Familienbetrieb, Kult – , und nicht sofort loslassen und gehen kannst, erlaub Dir so viel Unterstützung wie möglich durch einen trauma-sensiblen Therapeuten und Coach, um die Zeit bis zu Deinem Absprung zu meistern. Informier Dich eingehend über das Thema, um Dich zu wappnen und an Stärke zu gewinnen, um psychisch-seelisch zu überleben und körperlich gesund zu bleiben.

Und! Gewöhn Dich daran, Dich (vorerst) unwohl zu fühlen, wenn Du für Dich einstehst und tust was Du brauchst und möchtest. Wenn Du beginnst, authentisch zu sein und selbstverantwortlich zu leben. Wenn Du mutig wirst, beherzt gesunde Grenzen zu ziehen. Du spürst vielleicht Nervosität, wenn Du Dich behauptest und einen neuen Weg für Dich einschlägst, oder Du hast Entzugserscheinungen und Dein Körper ist in Panikmodus. Das gehört zum Entgiften. 

Aber wisse, es hat wundervolle Auswirkungen, sich aus dem emotionalen Sumpf zu befreien, der durch eine narzisstische Beziehung entsteht: Du gewinnst Deine Freiheit und Deine Lebendigkeit.

Arbeite mit mir, um Dich an Dein wahres Selbst zu erinnern. Mehr Information zu meinem ganzheitlichen Coaching Programm.

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