Mahāśivarātri – Nutz diese Nacht!

Heute ist hier in Indien einer der wichtigsten jährlichen Feiertage: Mahashivratri, die grosse Nacht Shivas. Das kann uns auch im Westen inspirieren. Das Timing von Mahashivrati ist immer mit bestimmten vedisch-astronomisch-kosmologischen Konstellationen verbunden. Planetaren Positionen und Konvergenzen, die uns einen enormen energetisch-spirituellen Aufschwung ermöglichen. Diese Energie können wir entweder auf unsere Innenwelt und auf spirituelle Aktivitäten lenken, oder in Alltäglichem verpuffen lassen.

Shiva ist eine der Hauptgottheiten im indischen Götterhimmel und der allererste Yogi. Er ist bekannt dafür, zu zerstören was nicht der göttlichen Ordnung entspricht, z.B. Wut, Lust, Gier, Ignoranz, negative Tendenzen und ausgediente Lebensstile. Er schafft Raum für Neues. Bringt mit sich Energien der Transformation und Kreation, von Tod und Neugeburt. Oft wird er als kosmischer Tänzer “Nataraj” dargestellt, der in seinem lebenskräftigen Wirbel auch locker mal Dämonen erledigt.

Bereits vor Tausenden von Jahren waren sich die weisen Seher Indiens und Rishis, der Planetenbewegungen bewusst und rieten den Menschen, zu fasten und den Tag in kontemplativer Stille zu verbringen, um Körper und Geist für den enormen Zustrom spiritueller Energie in der Nacht vorzubereiten. Die hoch aufgeladene Atmosphäre in dieser heiligen Nacht macht Meditation mühelos und ermöglicht es, leicht in höhere Bewusstseinszustände zu gehen. Wenn wir die richtige Intention haben, steht das ganze Universum hinter uns.

Zwei populäre Gründe, Mahashivratri zu feiern:

  1. das Hochzeitsjubiläum von Shiva und Göttin Parvati, wobei die Festival-Nacht dann Tanz und Musik (Chanting, Bhajans, Rezitation) gewidmet ist. Oder
  2. das Einheitserlebnis Shivas, seiner Realisierung von Einssein mit dem Universum, zu ehren, wobei der Tag dann dem Fasten, und die Nacht der Stille und Meditation gewidmet werden. 


Diese weltlichen Geschichten sind Allegorien, hinter denen subtile Realitäten und Wahrheiten stecken. 

Shiva (oder Mahadev) steht für höchstgöttliches, reines Bewusstsein., während Parvati bzw. Shakti reine Kreativkraft ist. Die Union der beiden als Shiva-Shakti bzw. Ardhnareeshwara ist der Einklang der männlichen und weiblichen Aspekte, die jeder von uns in sich selbst realisieren kann. Mahashivratri hilft uns dabei.

Typisch für Mahashivratri sind ein morgentlicher Dip im Ganges, das vedische Ritual Rudra-Abhishekam (an Shivalingams durchgeführte Bade- und Salbungszeremonie mit Milch, Honig, Ganga-Wasser, Sandalholzpaste und frischen Blüten) und Jaagran, eine Nachtwache mit Legendenerzählungen und Gebeten.

Bevor die Nacht beginnt, können wir eine Liste unserer negativen Glaubens- und Verhaltensmuster erstellen, zwei oder drei davon prioritisieren und während der nächtlichen Wachstunden von Mahashivaratri an ihrer Transformation und somit unserer Selbstheilung arbeiten.  Eine positive Ausrichtung bekommen wir beim Erstellen einer weiteren Liste mit all den Dingen in unserem Leben für die wir dankbar sein können. 

Mögen alle echten Götter uns helfen, das Durcheinander in den Menschen und auf der Erde in Ordnung zu bringen.

Om Namah Shivaya ओम नमः शिवाय

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