Archiv der Kategorie: Innerer Raum

Konsequenzen für Copycats

Die Hemmschwelle etwas zu kopieren und als eigene Leistung auszugeben, scheint enorm gesunken. Mehr denn je werden Ideen, Informationen und Initiativen unverhohlen kopiert, vermischt und wieder herausgegeben. Dies ist sicher der schnellen Verfügbarkeit und instanten Verbreitung durch digitale Medien geschuldet. Aber mangelnde Eigenaktivität und fehlende Anerkennung der Person, die den verwendeten Inhalt erstellt hat, reflektieren auch Mangel an Dankbarkeit, Respekt und Fairness. Der Weg der guten Absichten ist oft mit Missverständnissen gepflastert. Und es ist möglich, dass mangelndes Gewahrsein über die Konsequenzen für einen Nachahmer so weit verbreitet ist. Während in akademischen Kreisen literarische Nachahmung und Diebstahl geistigen Eigentums illegal sind, birgt das Klonen im Bereich Spiritualität sogar Gefahren für die persönliche Entwicklung.

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Einbeziehung des Deutschen Herzens

Leben wir, aber leben wir eben doch noch als Lastträger des Nationalsozialismus? Ist unser Tun und Sein trotz all der langjährigen inneren Heilarbeit vielleicht doch nicht ausreichend, um ein Gegengewicht schaffen und unseren Familienstammbaum lebendig halten zu können? Sind wir, die jetzt 35-, 40- und 50-jährigen immer noch Teil des Genozids, selbst wenn wir leben, weil die vergangenen Geschehnisse so tiefgreifend waren und schicksalshafte Generationsbrüche bzw. generationsübergreifende Belastungen und Blockaden bewirkt haben?

Während mich heute morgen plötzlich und überraschend eine starke Depressionswelle überrollte, bei der mir klar war, es hat nichts mit meinen persönlichen Lebensumständen zu tun, flatterte parallel eine email in mein Postfach, mit einem Artikel von Hergen Junge, der den Titel How did Germans feel right after World War II? trug. Die Mail war von einer guten Bekannten, die mir nach langer Zeit ausgerechnet heute schrieb, und beinhaltete wichtige Informationen, die ich in Bezug auf die schwere Wolke, die mich umwaberte, einordnen konnte: das historische deutsche Kriegstrauma, welches leider in vielen Deutschen weiterlebt, weil es immer noch nicht grundlegend geheilt ist. Weiterlesen

Geduld in Zeiten des Umbruchs

Auch wenn sich vieles in meinem Leben turbobeschleunigt entwickelt hat, so kenne ich auch Stagnation, Nichtmehrweiterwissen und zähe Zeiten der Umorientierung. Das Leben geht irgendwie voran, aber ohne dass wir im Herzen von dem, was uns umgibt oder was wir tun, überzeugt sind. Wir wissen tief in uns, dass sich etwas verändern muss. Völlig unklar ist jedoch, was und wie. Das ist zuweilen zum Verzweifeln. Und um dem Ganzen noch eins draufzusetzen, geht es da nicht selten nur um einen Lebensbereich, sondern gleich um alle – Beruf, Berufung, Selbstausdruck, Spiritualität, Partnerschaft und Gesundheit. Es geht um die Totalität unseres Seins. 

Die gute Nachricht ist: Wenn wir spüren, dass etwas Neues ansteht, sind wir bereits mitten im Veränderungsprozess. Wenngleich auch noch ohne Ahnung, wohin er uns führt. Weiterlesen

Yoga Praxis

Yoga bedeutet kosmisches Einssein und die Yoga-Praxis hat die Klärung und Ausrichtung eines Menschen zu seiner reinen, starken, bewussten und reifen Form zum Ziel. Bewusst-Sein ohne konditionierte Wahrnehmung. Kurz gesagt, Yoga ist Selbst-Realisierung.

Ich hoffe, dass Dich mein Yoga Diagramm inspiriert:
„Die 8 Glieder des Yoga nach Patanjali“

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„Wie der Mensch, der dringend einen Weg sucht, um aus einem brennenden Haus zu entkommen, muß der Aspirant das glühende Verlangen verspüren, sich aus dem Feuer von Samsara zu befreien. Nur dann kann er in tiefe Meditation und Samadhi eintreten.”
– Swami Sivananda Saraswati 

IV-6: निर्माणचित्तान्यस्मितामात्रात्
Tatra dhyāna jam anāśayam
Nur das Bewusstsein, welches in der Meditation (Dhyana) entsteht, ist frei von unbewussten Prägungen (Samskaras).
IV-15: वस्तुसाम्ये चित्तभेदात्तयोर्विभक्तः पन्थाः

Vastu-sâmye chitta-bhedât tayor vibhaktah panthâh
Das gleiche Objekt kann von zwei Menschen unterschiedlich wahrgenommen werden, abhängig von ihrem Bewußtseinszustand.
IV-31: तदा सर्वावरणमलापेतस्य ज्ञानस्यानन्त्यात् ज्ञेयमल्पम्

Tadâ sarvâvarana-malâpetasya jnânasyâ-nantyâj jneyam alpam
Mit den Ende aller Verschleierungen und Unreinheiten erlangt der Yogi unendliche Erkenntnis und alles bisher – als normaler Mensch – erkannte wird als winzig und unbedeutend erkannt.

– Yoga Sutras von Patanjali, Auszüge aus Kapitel 4: Kaivalya-Pāda

„Bei der Yoga Praxis geht es nicht um die Fähigkeit, Deinen Körper zu einer Bretzel zu biegen.“
– unbekannt

Dein innerer Richtwert

Starry_Night_Over_the_RhoneEin Maler malt solange bis das innere Bild, das er in sich trägt, der äusseren Abbildung entspricht. Solange die äussere Projektion nicht das ist, was er im Inneren hat, wird er das Gemälde verwerfen und es immer wieder neu malen. Der Maler hat ein „inneres Kriterium“. Und so hat auch jeder von uns innere Maßstäbe. 

Richtwerte für das Leben. Für private und geschäftliche Beziehungen, für die eigene Gesundheit, für äussere Umstände wie Lebensstandard, Wohnort, Kleidung, Aussehen, Ernährung, Kultur, Umgang und Umgebungen. Dabei sind dann vielleicht einige Menschen mal bereit, ihre Maßstäbe auf Reisen zu lockern, einige Menschen aber auch nicht. Weiterlesen